Streuobstsymposium 2020: Altbestände können erhalten werden

27.01.2020

Möglichkeiten der Inwertsetzung von Streuobst wurden am Triesdorfer Streuobstsymposium erläutert.

Triesdorfer Streuobst-Symposium bietet Möglichkeiten für die Inwertsetzung von Streuobst

Beim Triesdorfer Streuobst-Symposium am 13. Januar 2020 im Alten Reithaus gab es für die Anwesenden eine positive Überraschung: Günter Nisi von der Regierung von Mittelfranken erklärte, dass die Untere Naturschutzbehörde und das Bayerische Landesamt für Umwelt neue Kriterien für die Auf- und die Abwertung von Streuobstbeständen entwickelt habe.

Unterschieden werde in Neuanlagen, überalterte und ungepflegte Anlagen und Bestände in gutem Zustand. Bei den überalterten und ungepflegten Anlagen werde zukünftig nach der Aufwertung die Möglichkeit gegeben sein, diese Bestände in Ökopunkte umzuwandeln.

Änderung der bayerischen Kompensationsverordnung

Dies entspricht genau der Zielsetzung des Triesdorfer Projektes von Jan Bocheneck, nämlich die Möglichkeit zu schaffen, bestehende Streuobstbestände, die ungepflegt sind, in die bayerische Kompensationsverordnung einzubringen. Es werden eben nicht nur Neuanlagen gefördert, sondern auch Altbestände aufgewertet. Geplant ist dies ab dem Jahr 2021.

Flächen müssen 25 Jahre gepflegt werden

Der Hintergrund ist, dass Kommunen und gewerbliche Betreiber zukünftig Zuwendungen bekommen können. Zu ergreifende Maßnahmen sind beispielsweise die Erhöhung des biologischen Werts einer Fläche durch Pflanzung und Extensivierung. Dabei müssen die Flächen 25 Jahre gepflegt werden. Die Höhe des Punktzugewinns ist abhängig vom Ausgangs- und Prognosezustand sowie der Größe der Fläche.

Inwertsetzung Kernthema

Über den gesamten Tag beleuchteten Experten verschiedenste Aspekte der Inwertsetzung von Streuobst. Zum einen aus der Sicht der Pflege der Streuobstwiesen, weiterhin aus Sicht des Flächenmanagements, durch Tourismus und Verwertung und durch „Inwertsetzung durch Inszenierung und Wertschätzung durch apfelgeile Produkte“, wie Jürgen Krenzer, krenzers rhön und Vorstandsvorsitzender der Rhöner Apfelinitiative e.V. in seinem informativen und launigen Vortrag berichtete.

Lokale Beispiele

Bürgermeister Matthias Schwarz stellte ungefähr 200 Interessierten die Aktivitäten der Stadt Burgbernheim vor, wie man Streuobst in Szene setzen könne. Dazu zählen beispielsweise das Mundartfestival „Edzerdla“, ein Streuobsterlebnispfad oder der Streuobsttag. Burgbernheim mit seinen 30.000 Streuobstbäumen; Burgbernheim steht damit beispielhaft unter Triesdorfs Projektpartnern da.

In Dinkelsbühl werden inzwischen Streuobstführungen angeboten, sagte Claudia Wäger - Gästeführerin Gartenerlebnis Bayern, um gerade Naturliebhabern den Erholungswert von Streuobst nahezubringen. Die historisch reizvolle Kulisse Dinkelsbühls biete sich hier besonders an, zumal auch der Wert des Streuobsts im Laufe der Zeit anhand der Stadtgeschichte erzählen werden könne.

Vorträge:

Projekt Inwertsetzung

Streuobstkommune Burgbernheim

Biotopmanagement

Inwertsetzung durch Pflege

Ökokonto

Verwertung