Risiko für Kuh und Kalb minimieren

10.12.2020

Sophia ist eine stattliche Kuhdame aus Kanada und steht in Triesdorfs Fruchtbarkeitskabinett.

Sophia ist eine stattliche Kuhdame aus Kanada und steht in Triesdorfs Fruchtbarkeitskabinett. Corona bedingt konnte sie bislang weder in der überbetrieblichen Ausbildung noch in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden. Sophia ist ein Abkalbedummy.

Sophias Sinn ist leicht erklärt: „Bei einer wirklichen Geburt muss es immer sehr schnell gehen, es darf nichts schiefgehen“, sagt Boris Lehmann, Fachlehrer an der Tierhaltungsschule. „Damit ist es gut, wenn Landwirte eine Geburt praktisch üben können. Denn durch die Übung kann das Leben von Mutter und Kalb gerettet werden“.

Größe der Kuh ist authentisch

Der Abkalbesimulator ist einer wirklichen Kuh stark nachempfunden. Die Größe der Kuh ist authentisch, das Gewicht und die Größe der Kälber auch, mit jeweils 35 Kilogramm so schwer wie neugeborene Rinder. Durch ihre beweglichen Gelenke und Gliedmaßen können auch schwierige Geburtssituationen realistisch nachgestellt werden.

„Das Material ist leicht abzuwaschen, man kann Wasser hineinfüllen und auch den Geburtsschleim simulieren, sodass es wirkt, als läge das Kalb in einem richtigen Tragsack in einer Kuh“, erklärt Boris Lehmann. Verschiedene Geburtslagen, also die klassische Vorderendlage, ebenso die Hinterendlage können simuliert werden. Landwirte können hier üben, ein Kalb zu drehen, Kopf oder Füße herzuholen, also die ganze Geburt nachstellen - sogar Zwillingsgeburten. „Es ist wie bei einem normalen Geburtsvorgang, ich greife mit einem Handschuh bis zur Schulter in den Geburtskanal ein“. Rund 80 Prozent aller Kälber kommen ohne Hilfe zur Welt, beim Rest kann es zu Komplikationen bis hin zu Totgeburten kommen. Um Risiken zu minimieren, trainieren angehende Landwirte Geburtshilfe an dem lebensgroßen Simulator.

 

So entspannt geht es bei einer wirklichen Geburt meist nicht zu. Melanie Schmidtlein von der Tierhaltungsschule demonstriert am Abkalbesimulator Sophia, eine Geburt.