Low Carb gilt auch für Karpfen

28.12.2020

Karpfen werden von Greenpeace und dem WWF empfohlen, da sie naturnah erzeugt werden.

Wer auf Diät ist, verschmäht gern den Karpfen, gilt sein Fleisch doch als besonders fettreich. Dabei ist das nicht naturgegeben: „Eigentlich haben Karpfen nur 1 – 2 % Fettanteil. Allerdings wird dieser durch die Fütterung mit Getreide stark erhöht“, erklärt Dr. Martin Oberle vom Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Höchstadt.

Anders sieht es aus, wenn Karpfen mit Eiweiß gefüttert werden. Deshalb liefert die Abteilung Pflanzenbau und Versuchswesen der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf seit einiger Zeit Lupinen nach Höchstadt, die an die Karpfen in verschiedenen Teichanlagen in unterschiedlichem Mischverhältnis verfüttert werden. „Wir hatten auch schon einmal eine Bachelorarbeit von der HSWT zum Thema Ackerbohnen in der Karpfenwirtschaft“, erzählt Dr. Oberle, „und auch diese wurden von den Karpfen gerne gefressen“. Auch Erbsen sind ein beliebtes Futtermittel bei den Teichbewirtschaftern.

Karpfen werden von Greenpeace und dem WWF empfohlen, da sie naturnah erzeugt werden

Im Aischgrund werden derzeit 1600 Tonnen Karpfen erzeugt, von denen 1000 Tonnen in die Gastronomie verkauft werden. „Karpfen werden von Greenpeace und dem WWF empfohlen, da sie naturnah erzeugt werden“, sagt Dr. Oberle; viele andere Fischarten kämen aus Intensivanlagen.

Aber die Bedeutung von Karpfenteichen ist noch eine andere, die in der heutigen Zeit umso wichtiger wird: „Karpfen hinterlassen einen guten CO2 Fußabdruck. Der Fisch wird in der Region erzeugt, es braucht keine Energiezufuhr, auch das Futter wird vor Ort produziert“.

Artenschutz vorprogrammiert

Die Teichanlagen sind zudem ein Hotspot der Biodiversität. Ein Karpfenteich bietet vielen Tieren und Pflanzen einen optimalen Lebensraum und dient zudem als Wasserspeicher.

Sorge macht Dr. Oberle allerdings die Preisentwicklung, denn der Kilopreis für Karpfen ist weiterhin gering: „Vier Euro pro Kilo wären fair. Damit ließe sich wirtschaften“. Er hofft, dass die Wertschätzung für den Karpfen weiterhin steigt. Dies ließe sich durch eine Herkunftsangabe wie Frankenkarpfen, Aischgrundkarpfen oder Ähnliches erreichen.