Lichtmesstag 2020

13.02.2020

Am 6. Februar veranstaltete das Fachzentrum für Energie und Landtechnik den traditionellen Lichtmesstag zum ersten Mal im Forum des FELs. Das Thema lautete in diesem Jahr „Klimaschutz und Landwirtschaft - Herausforderungen und Chancen“. Mit 370 Teilnehmern hatte es den Nerv der Zeit getroffen.

Zu Beginn referierte Herr Lamprecht von der Firma Virda Beratung über „Gesellschaft & Ernährung: Trends, Erwartungen und Herausforderungen aus Sicht des Lebensmitteleinzelhandels“, gefolgt von Prof. Dr. Peter Breunig, HSWT, mit dem Thema „Vorschläge der Wissenschaft - Was kann Landwirtschaft für den Klimaschutz tun?“ Ebenfalls aus Triesdorf sprachen Prof. Dr. Bauer, HSWT, und Markus Heinz, Leiter der Abteilung Pflanzenbau und Versuchswesen der LLA, über „Pflanzenbauliche Anpassungsoptionen zur Steigerung des Humusaufbaus im Boden“.

Wertschöpfung generieren

Am Nachmittag beleuchtete Norbert Bleisteiner (Leiter Fachzentrum für Energie und Landtechnik) die Rolle der Landwirtschaft und Optionen zur Erreichung der Klimaschutzziele. In der freiwilligen CO2 Kompensation sieht er eine Möglichkeit den CO2 Ausstoß zu regulieren und eine Chance für Landwirte. Sie könnten regional Ansätze für CO2 Kompensations-Projekte gestalten. Ziel ist es, durch den Anbau von landwirtschaftlichen Produkten Lebensmittel zu erzeugen, sowie Biodiversität und Werte zur positiven Beeinflussung des Klimaschutzes zu gestalten. Mit diesem multifaktoriellen Ansatz kann Wertschöpfung generiert werden. Klimaschutz ist die Herausforderung für die Gesellschaft und er forderte die Landwirte auf, aktiv mitzugestalten.

Maximalen Ertragsgedanken aufgeben

„Bei Klimaschutz geht in den Unternehmen die Post ab“ so Michael Horsch, Geschäftsführer Horsch Maschinen GmbH. In vielen Begegnungen und Gesprächen mit Entscheidungsträgern der Wirtschaft, die er weltweit führt, ist die CO2 Einsparung das heißeste Eisen – wie schaffen es die Unternehmen, den CO2 Ausstoß zu begrenzen? Horsch sieht die große Chance, dass Landwirtschaft und Gesellschaft im Schulterschluss das Thema Klimaschutz angehen können. Er appellierte an die Teilnehmer sich in diesem Thema positiv auszurichten und forderte den maximalen Ertragsgedanken aufzugeben und die Reihung neu aufzustellen: 1. Biologie, 2. Physik, 3. Chemie. Damit könne man Erträge sichern und Humus aufbauen. Die Landwirtschaft von morgen könne es mit Carbon Farming schaffen, ca. 5 t CO2/Jahr zu binden.

Dass die Herausforderungen im Detail liegen hat sich in der Diskussion von Referenten und Publikum gezeigt. Es gilt Aufgaben anzunehmen und zu bearbeiten, von Humusaufbau, Messsystemen, Dokumentation bis hin zu Wissenschaft und Umsetzung in der Praxis.

Von Annette Schmid