Krebse dürfen sich weiter vermehren

15.10.2020

Seit dem letzten Herbst gibt es in Triesdorf zwei Krebsweiher. Neben dem Weiher hinter dem Weißem Schloss, in dem seit 1993 inzwischen knapp 10000 Krebse leben, dient nun auch der Teich am Ochsenwasen als Krebszuhause.

Seit dem letzten Herbst gibt es in Triesdorf zwei Krebsweiher. Neben dem Weiher hinter dem Weißem Schloss, in dem seit 1993 inzwischen knapp 10000 Krebse leben, dient nun auch der Teich am Ochsenwasen als Krebszuhause. Vorher lebten im Weiher Ochsenwasen Karpfen, diese erfreuten allerdings hauptsächlich Vogelmägen, sodass der Weiher für die Karpfenzucht aufgegeben wurde.

1000 Krebse, die mit einer Reuse abgefischt wurden, dürfen sich nun darin selbst vermehren. Für Jürgen Balk vom Fachverband Fischerei vom Bezirk Mittelfranken stand hier auch ein Sicherheitsaspekt im Vordergrund: „Wegen der sogenannten Krebspest ist es wichtig, Krebse in zwei Weihern unterzubringen, um bei Befall den anderen Bestand zu schützen“. Diese Pilzerkrankung ist in ganz Europa verbreitet und hat die Krebse nahezu ausgerottet.

Die  Krebspest kam 1820 mit amerikanischen Krebse aus den USA nach Europa, diese sind allerdings resistent; originär lebten in Europa Stein- und Igelkrebse, aus Amerika kamen Signal- und Cumberkrebse hinzu. „Wenn wir beim Arbeiten das Gewässer wechseln, müssen wir immer alles desinfizieren, um sicher zu gehen, dass bei möglichem Befall der Pilz nicht übertragen wird; er kann sich aber auch durch Vögel oder neuem Fischbesatz durch das Wasser eingeschleppt werden“, sagt Jürgen Balk.

Zwar sind Krebse Wandertiere und können selbständig das Gewässer wechseln, jedoch besteht hier keine Gefahr: „Wenn ein Krebs befallen ist, zieht er sich in seine Höhle zurück und verendet nach wenigen Tagen“.

Dies ist ein Archivbild und wurde vor der Pandemie aufgenommen. Es zeigt eine Führung zur Edelkrebszucht.