Königinnen sind nicht selten

23.07.2020

Im Falkenhof hinter der Tierhaltungsschule sieht es aus wie auf einem Aktivitätsparcour für Kinder. Doch weit gefehlt: In den bunten Kästchen sind keine Rätsel versteckt, sondern jede dieser Kistchen beheimatet eine begattete Bienenkönigin mit ein paar sie umsorgenden Bienen.

Triesdorfs Bienenhaltung befindet sich im Aufwind. Von 40 Völkern im Januar 2019 wurde sie auf 210 Völker aufgebaut. Triesdorfs Imkermeister Tobias Nett hat damit alle Hände voll zu tun: „Wir müssen die Gesundheit der Bienenvölker erhalten, dies ständig kontrollieren und sind mit dem Kampf gegen die Varroamilbe beschäftigt“, erklärt er. Für die Bienenhaltung ist die Hauptarbeitszeit im Sommer, aber auch im Herbst darf man nicht nachlässig werden. Im Winter befinden sich die Völker in der Wintertraube und überwintern in der Kalten Jahreszeit in der Bienenbeute. Königinnen werden nur im Sommer gezüchtet, wenn die Drohnen von den Völkern angelegt werden und zur Begattung von Jungköniginnen zu Verfügung stehen.

In der Bienenhaltung in Triesdorf werden ausgewählte Völker einer Leistungsprüfung unterzogen. Derzeit hat Triesdorf 34 Leistungsprüfungsvölker, welche in der Imkerei selbst geprüft werden, zudem werden im Rahmen der Staatlichen Leistungsprüfung im Jahr 2019/2020 sowie 2020/2021 weitere Königinnen Triesdorfer Abstammung an den Staatlichen Prüfhöfen der LWG Veitshöchheim  geprüft. Ein zusätzlicher Ringtausch unter Züchtern, welche ebenfalls Königinnen überprüfen indem man Königinnen austauscht, rundet die Leistungsprüfung noch ab

Ein Volk welches im Rahmen der Leistungsprüfung gute Eigenschaften zeigt, wird durch den Züchter dann als Nachzuchtwürdig angesehen und daraus die Königinnen gezüchtet.

Die gezüchteten Königinnen können auf sogenannten Belegstellen angepaart werden. „In Mittelfranken haben wir die einzig staatlich geschützte Belegstelle Tiergarten in Triesdorf, welche von dem Kreisimkerverein betreut wird. Die Belegstelle greift auf das Zuchtmaterial sowie die Drohnen aus der Zucht der Triesdorfer Imkerei zurück“, sagt Tobias Nett.

Um Inzucht zu vermeiden werden im Rahmen der Zucht Königinnen von der Imkerei Triesdorf auch auf andere anerkannte staatlich geschützte Belegstellen zur Anpaarung gestellt, wie z.B. 2019 im Gramschatzer Wald oder 2020 auf der Belegstelle 3 Wasser bei Garmisch Patenkirchen. Dieser Aufwand wird betrieben, um die Zucht in die Richtige Richtung zu lenken und das Zuchtmaterial stetig zu verbessern.

Die Nachfrage nach Triesdorfs Königinnen ist groß, da Triesdorfs Bienen besonders friedliebend, leistungsstark sind und bei der Zuchtauslese auf die Bienengesundheit wert gelegt wird. Sogar Schulen erwerben in Triesdorf begattete Königinnen, damit unter professioneller Aufsicht die Schülerinnen und Schüler die ersten Grundlagen der Imkerei lernen können.

Dabei gibt es einen klaren Trend: „Früher züchtete fast jeder Imker selbst und hatten viel mehr Völker als heutzutage“, berichtet Tobias Nett. Aktuell liegt der Trend in der Bienenhaltung mit wenigen Völkern pro Imker mehr in der Selbstversorgung und es werden mehr Königinnen zugekauft statt selbst gezüchtet.