Jedes Forum braucht ein Technikum

15.02.2021

Das neue Technikum wartet auf die Nutzung

Deutlich stolz wirken Axel Hertlein, Stefan Merk und Dieter Rühl (Mitarbeiter des FELs), wenn sie sich in ihrem neuem Technikum umblicken. Die letzten Monate haben sie damit verbracht, mit Ingenieuren zu verhandeln, Einrichtungsgegenstände selbst herzustellen und es einzurichten. Das Technikum ist der Nachfolger der alten Schweißerei der Landmaschinenschule. Im Rahmen des 1. Bauabschnitts des Neubaus des Fachzentrums für Energie und Landtechnik wurde dieses neue Gebäude konzipiert und nach den neuesten Standards eingerichtet.

16 Schüler können gleichzeitig schweißen

155 qm stehen in dem 300 qm umfassenden Gebäude für den Schweißraum zur Verfügung, in dem 16 Arbeitsplätze eingerichtet sind. „Die Kabinen haben eine Größe von 2 mal 2 Metern, sodass jeder Schüler genügend Platz hat“, berichtet Axel Hertlein. In jeder Kabine gibt es einen Schweißplatz für je einen Schüler. Der Eingang der Kabinen ist durch einen roten Lamellenvorhang verschlossen, es gibt aber ein getöntes Sichtfenster, damit die Lehrer immer Einblick auf die Arbeiten haben. „Gerade am Anfang ist es wichtig, eingreifen zu können oder die Hand zu führen, damit die Schüler zu einem gleichmäßigen Schweißvorgang kommen können“.

Die Schüler sitzen vor einem speziellen Schweißtisch, der mit der modernsten Technik ausgestattet wurde. Darauf gibt es einen Rost, auf dem die Schweißstücke fixiert, geheftet und verschweißt werden. „Den Rost braucht man wegen der starken Hitzeentwicklung beim Schweißen“, sagt Axel Hertlein. „In der alten Schweißerei gab es Stahltische, die musste man nach jedem Kurs mit dem Winkelschleifer abschleifen. Da waren Schweißspritzer darauf oder die Schüler schweißten auf dem Tisch“. In dem neuen Technikum können Krümel einfach in eine Schublade gefegt werden.

Durch Eigenbau optimiert

Für jede der 16 Kabinen wurde eine eigene Tischkabine hergestellt, um optimales Arbeiten zu ermöglichen. „In dieser Einhausung wird der Schweißrauch automatisch vom Schüler weggesaugt in einen Trichter“, sagt Axel Hertlein; zudem kann der Schüler die Absaugung nicht vergessen. Es wurde die Dezibelzahl reduziert, zum einen um die Schüler zu entlasten, zum anderen damit die Lehrer sich Gehör verschaffen können.

Gute Auslastung erwartet

Analog zu den früheren Jahren in der Schweißerei gehen die Verantwortlichen davon aus, dass das Technikum mehr als die Hälfte des Jahres mit Kursen ausgelastet sein wird. Neben dem Schweißraum gibt es noch ein Klassenzimmer, ein Büro und einen Werkraum, damit alle Facetten der Werkstofftechnik und die verschiedenen Varianten des Schweißens berücksichtigt werden können. „Wir schauen die Materialien auch genauer an und lassen die Werkstofftechnik mit einfließen, damit die Schüler wissen, womit man Schweißen kann, womit nicht; man kann alles vorführen, zudem schmieden, einschmelzen und die Stoffeigenschaften ändern.

Für Schüler der FOS kann dabei noch auf den Chemie- und Physikunterricht eingegangen werden, bei der Ausbildung zum Landwirt oder beim BGJ steht mehr das praktische Schweißen im Vordergrund: „Diese Schüler möchten möglichst viel Schweißen, dabei kleine Projektarbeiten herstellen, um diese als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen“.

Alles in allem sind die drei Herren sehr zufrieden: „Wir sind glücklich mit dem, was wir haben“, sagt Axel Hertlein. „Wir sehen Perspektiven, gut arbeiten zu können“.