Birne ist nicht gleich Birne

15.10.2020

Ungefähr 300 Birnensorten wachsen auf dem Gelände der LLA Triesdorf. Diese werden derzeit genau bestimmt, um sie in den Katalog der Genbank Obst aufnehmen zu lassen.

Ungefähr 300 Birnensorten wachsen auf dem Gelände der LLA Triesdorf. Diese werden derzeit genau bestimmt, um sie in den Katalog der Genbank Obst aufnehmen zu lassen. „Bei 80 – 90 % wissen wir, welches Sorte es ist“, sagt Martin Walter vom Triesdorfer Obstbau. Dennoch müssen die Sorten genau überprüft werden, damit alles seine Richtigkeit hat: „Wir wollen vermeiden, Fehler zu machen, damit alle Sorten unter ihrem richtigen Namen beworben werden“.

In Triesdorf werden zur Sortenbestimmung zwei Möglichkeiten genutzt. Zum einen ist es der Abgleich des genetischen Fingerabdrucks einer Sorte. „Die Sorte wird über ein Blattprobe im Labor untersucht und dann das Ergebnis mit einer Datenbank abgeglichen“, erklärt Martin Walter. „Wenn die Sorte bereits registriert ist, liefert der PC den richtigen Namen“.

Das andere System, eine Sorte zu bestimmen, ist die visuelle Sichtung durch Pomologen. „Die Pomologen schauen sich die Birnen an und bestimmen sie anhand von Form und Größe, dem Stiel, dem Fruchtfleisch und der Kerne. Das sind die Hauptkriterien“. Dazu sind jede Menge Kenntnisse erforderlich. Zudem gibt es wichtige Nachschlagewerke, die im Streitfalle zu Rate gezogen werden können. Selbst bei eindeutigen Sorten dauert die Begutachtung ein bis zwei Stunden, bei Problemfällen kann ein ganzer Tag daraus werden.

Die visuelle Sichtung geht über drei Jahre, wobei jeder Baum und seine Birne jährlich erneut begutachtet werden. „Die Birnen können von Jahr zu Jahr variieren, in kalten Jahren kann es Frostringe geben, bei Trockenheit sind sie kleiner. Da muss öfter hingeschaut werden, sonst kann man manche Sorten nicht 100 prozentig identifizieren“.

Die Ernte machen die Mitarbeiter der Genbank Obst mit Triesdorfer Unterstützung. Mit dabei ist Johannes Peter, der im Rahmen seiner Ausbildung im GaLa-Bau am BBW fünf Monate Praktikum in Triesdorf macht. Die Pomologen sind alle drei Wochen vor Ort, aber da alle Sorten zu unterschiedlichen Zeiten reif werden und es für die Begutachtung vollreife Sorten braucht, machen Triesdorfer Mitarbeiter die meisten Rundgänge. „Wir legen Rückstellproben an und stellen sie ins Kühlhaus“, erklärt Martin Walter.

Aber die Präsenz der Pomologen vor Ort – nach Triesdorf kommen immer zwei - ist wichtig. „Fälle, die nicht eindeutig sind, müssen auch am Baum, begutachtet werden. Es werden Fotos gemacht und über den Winter nachgedacht und diskutiert“.

 

Fünf Monate hilft Johannes Peter vom BBW im Rahmen seines Praktikums bei der Ernte.