2. Triesdorfer Ernährungstag

23.10.2018

Hoch war die Resonanz beim zweiten Triesdorfer Ernährungstag am 18. Oktober 2018. Vor gefülltem Alten Reithaus standen Themen um Esskultur, Bewegung und Gewichtsmanagement auf dem Programm. Nachmittags gab es verschiedene Workshops zu den angebotenen Themen.

Prof. Dr. Christine Brombach von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften Wädenswill erläuterte, das „Essen heute immer zur Verfügung steht, es ist Verführung, weil es überall zu haben ist. Es knüpft an die Evolutionsgeschichte an, vom Mangel zum Überfluss“. Soziale Veränderungen im eigenen Leben änderten auch immer das Essverhalten, sei es eine neue Arbeit oder eine neue Wohnung: „Wenn ich zu wenig Zeit habe, bin ich auf Convenience Food angewiesen“. Dazu brauche man die entsprechende Technologie sowohl für Industrie und Privathaushalt. Man denke an die Mikrowelle“. Der gesellschaftliche Faktor stand für die klar im Vordergrund: „Jeder Mensch ist in seine Zeit hineingeboren, für uns ist alles normal. Wir bestellen das Essen online und irgendwann wird es uns eine Drohne liefern. Es wird für uns normal sein, das wir etwas essen, das nie Tageslicht gesehen hat“.

Soziale Veränderung sieht Dr. Andrea Lambeck ebenfalls als Möglichkeit, die Ernährung umzustellen. Sie setzt dabei auf erweiterte Beratungsangebote und Bewegung in bestimmten Lebensphasen. „Bei Krankheit ändert man was aus Leidensdruck“, sagte sie. Bei Frauen hingegen sei der beste Punkt anzusetzen, wenn sie gerade schwanger geworden sind. Hier geht es um Adipositasprävention für das Kind. „Hier erreichen wir flächendeckend alle Frauen über die Vorsorgeuntersuchungen. Es ist eine sensible Zeit, jeder möchte ein gesundes Kind und eine unkomplizierte Geburt“. Normalerweise erreiche man nur die, die sowieso gesund und bewusst unterwegs seien. Richtige Bewegung und Ernährung in der Schwangerschaft wirke sich positiv auf das spätere Gewicht des Kindes aus. Noch besser sei es sogar, schon einige Jahre, bevor Frauen Kinder bekommen wollen, sich um Ernährung und Bewegung zu kümmern.

Prof. Johannes Erdmann von der HSWT zeigte die Facetten der Energiedichte zum Thema Gewichtsmanagement auf. Höhere Steuern auf zuckerhaltige Getränke sieht er als nicht produktiv an, es gehe vielmehr darum, die Ernährungsdichte in Lebensmittel zu reduzieren. Ein besonderes Problem sei hier die Brotzeit.