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Wenn die Kuh auf der Weide springt

30.10.2018

Am 29.06.2018 war die Aufregung sehr groß als das Tor zur Triesdorfer Weide für die Kühe zum ersten Mal geöffnet wurde. Da gab es ein Springen und Muhen wie man es sich kaum vorstellen konnte. Das ganze Gelände wurde erkundet. Nach drei Monaten hat sich der Reiz des Neuen für die Triesdorfer Rinder etwas abgenutzt.

„Die Tiere gehen mit der Weide sehr gelassen um“, erklärt Landwirtschaftsmeister Werner Dietz. „Bei der Hitze im Sommer waren sie im Stall, abends und des Nachts gingen sie nach draußen“. Die ersten Kühe haben bereits draußen genächtigt und das trotz Regens. Die Präferenzen sind hier zweigesteilt. „Manche Tiere gehen gar nicht nach draußen, andere häufig“, berichtet Werner Dietz. Ein Grund hierfür mag die Jugendentwicklung der Tiere sein. „Wer früher schon mal auf der Weide war, nimmt es schneller wieder an. Das merkt man auch daran, welche Kühe sofort beginnen, zu grasen“. Aussteigerqualitäten aus dem Stallalltag hat noch keine Kuh gezeigt: „Zum Fressen und zum Melken gehen sie freiwillig wieder rein“, sagt Dietz. „Wir müssen uns nur zeigen und sie trotten los“. Werner Dietz ist in Triesdorf der Weideexperte, da er selbst Jungrinder in Weidehaltung zuhause hat. Auch für den Zaunbau wurden Profis verpflichtet. „Der Zaun besteht aus mehreren Segmenten mit Toren und Elektroabschnitten im Wechsel“. Im Torbereich läuft der Strom unterirdisch.

Die Weide befindet sich direkt neben dem Milchgewinnungszentrum am Melkroboterstall. „Wir wollen Erfahrungen sammeln, wie eine Herde mit Melk- und Fütterungsroboter auf die Weidehaltung reagiert“, erklärt Uwe Mohr, Leiter der Tierhaltungsschule. In der hiesigen Region ist Weidehaltung außer im Biobereich aufgrund der klimatischen Bedingungen eher unüblich. „Das Besondere an unserer Herde ist, dass die Kombination Weide und Fütterungsroboter ganz neu ist“, sagt Mohr.

Nach drei Monaten sind selbstverständlich noch keine repräsentativen Ergebnisse zu erwarten. „Wir wollen Erfahrungen sammeln und an die Landwirte weitergeben, da das Thema Weidehaltung gesellschaftlich und in der Landwirtschaft immer mehr an Relevanz gewinnt“, bestätigt Uwe Mohr.