Phytodiversität auf Äckerflächen in Deutschland – Herausbildung, Status Quo und Handelsempfehlungen

Dienstag, 24.11.2020
19:00 Uhr

Online

Referent Dr. Stefan Meyer, Georg-August Universität Göttingen

Seit mehr als 7000 Jahren betreibt der Mensch Ackerbau in Mitteleuropa und hat damit unsere weltweit wohl einzigartige Kulturlandschaft entscheidend geprägt. Durch extensive Wirtschaftsweisen trugen Bauern bis Mitte des 19. Jahrhunderts zur Bereicherung der Artenvielfalt auf Ackerflächen bei. Seitdem führte die stetig zunehmende Intensivierung und Rationalisierung der Landwirtschaft zwar zu einer starken Erhöhung der Erträge, anderseits aber auch zu tiefgreifenden Veränderungen in den Agro-Ökosystemen. Agrarpolitische Weichenstellungen, wie die staatlich subventionierte Förderung des Biomasseanbaus, beschleunigen derzeit den Artenverlust im Lebensraum Acker. Für die Mehrzahl der Ackerwildkräuter trifft die Aussage „Unkraut vergeht nicht“ leider nicht mehr zu; viele der Arten haben sich schon buchstäblich „vom Acker gemacht“. Welche Konsequenzen hat der Rückgang der Phytodiversität für die Funktionsfähigkeit von Agrarökosystemen? Welchen Einfluss haben agrarpolitische Beschlüsse (z.B. Energiepflanzenanbau) auf die Zusammensetzung der Ackerbegleitflora? Wie können aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur genetischen Struktur von Segetalarten für nachhaltige, effiziente Förderprogramme genutzt werden? Stefan Meyer stellt in seinem Vortrag aktuelle Ergebnisse zum Wandel der Ackerwildkrautflora auf verschiedenen Skalenebenen vor, bewertet die aktuelle Situation und diskutiert neue, innovative Schutzkonzepte um dem Artenverlust in der Agrarlandschaft entgegenzuwirken.

 

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