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Digitalisierung in der Landwirtschaft bleibt eine Herausforderung für alle Akteure

08.02.2018

Die Veranstaltung lockte am 02.02.2018 über 400 Teilnehmer nach Triesdorf. Neben Landwirten, Lohnunternehmern und Firmenvertretern sind viele Triesdorfer Schüler und Studierende zum Aktionstag ins Alte Reithaus gekommen.

Die Herausforderungen in der Nutzung digitaler Technik brachten die zukünftigen Agrarservicemeister auf den Punkt.

Eine Herausforderung bei Smart Farming und Digitalisierung ist weiter die Kommunikation: zwischen Geräten und Schleppern, zwischen den verschiedenen Herstellern, aber auch zwischen den Händlern und Nutzern. In der Podiumsdiskussion bezogen Herr von Pentz (Deere & Company) und Herr Horsch (HORSCH Maschinen GmbH) klar die Positionen. Mängel und Ungenauigkeiten in der Praxis sieht Horsch bei der Nutzung unterschiedlicher Softwaresystemen. Herr von Pentz betonte, dass John Deere daran arbeite, Lösungen für eine verbesserte Kommunikation von Softwaresystemen und Anbaugeräten zu bieten.

Viele Lohnunternehmer, so Joachim Heller (Präsidium des BLU), sehen sich in der Zwickmühle zwischen Herstellern, Händlern, Landwirten und Verbrauchern. Lösungen sind hier gemeinsam anzugehen – auch in der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern.

Herr Noack (HSWT) erläuterte die Funktionsweise der NIRS Technologie. Darauf bezog sich Prof. Bauer (HSWT) – mit Hilfe der NIRS-Technologie an Güllefässern könne man die „Black-Box Gülle“ entschlüsseln. Dies helfe bei der Dokumentation der Nährstoffausbringung und der Düngeplanung.

Neuen Schwung in grüne Denkmuster brachte Herr Breunig. Er beschrieb den Wandel, von einer Industrie- zu einer Netzwerkgesellschaft. Verbraucher würden eher auf der emotionalen Ebene, die Agrarwirtschaft meist auf der rationalen Ebene argumentieren und handeln. Mit Hilfe neuer Medien sieht er große Chancen, die Transparenz zu erhöhen.

Herr von Pentz (John Deere) sieht die Landwirtschaft als „Fabrik auf dem Land – ohne Dach“. Die Herausforderung sei, langfristig die Nachfrage nach Lebensmittel zu erfüllen. Er forderte, die Effizienz der Produktion zu erhöhen, um alle Potentiale auszuschöpfen.

„Je mehr Digitalisierung, desto geringer die Reinerträge!“ Mit dieser Aussage provozierte Herr Horsch die Zuhörer. Ein guter Landwirt sei gefragt, auf seinem Standort, das volle Ertragspotential zu nutzen. Ein Raunen bei den Teilnehmer erzeugte er mit dem Blick in eine Müsli-Schale. Nicht nur die Verbraucher, auch die Erzeuger hätten die Aufgabe die „Früchte“ ihrer Arbeit unter die Lupe zu nehmen. Horsch fordert eine Öffnung für die Bedürfnisse der Verbraucher. Digitalisierung ermögliche eine Transparenz, die eine vollständige Rückverfolgbarkeit erst ermögliche.

Am Nachmittag präsentierten zahlreiche Hersteller ihre Geräte und Softwarelösungen in der neuen Energiehalle.