Skip to main content

Der erhobene Zeigefinger funktioniert nicht

24.10.2017

Nachdem die Hauswirtschaft in Triesdorf eine lange Tradition hat, wird das jahrzehntelange Wissen nun gebündelt. Daraus entstanden ist das “Forum für Ernährungsbildung Triesdorf” – kurz FEBIT. Aus der Taufe haben es Otto Körner, Direktor der LLA, und Prof. Johannes Erdmann von der HSWT gehoben. Was mit einem Gedankenspiel begann, hat nun konkrete Züge angenommen. 

„Man kommt an die Leute nur ran, wenn man ein individuelles Konzept bietet“, sagte Prof. Erdmann. „Man muss langfristig arbeiten und braucht hochqualifizierte Berater“. Nur so lasse sich die Ernährung langfristig modifizieren. Dabei sei es wichtig, dass die Beratung am Lebensmittel begänne: „Die Leute müssen wieder kochen können, je besser, je langfristiger wirkt das in der Ernährungsbildung nach“.

Um dem ganzen Hand und Fuß zu geben, hat sich ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Ernährungsfachleuten zusammengetan. Neben den LLA und der HSWT gehören selbstverständlich die Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement, das Fortbildungszentrum für Hauswirtschaft zum Forum für Ernährungsbildung Triesdorf, mit Unterstützung des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn) in Freising.

Den sich selbst gestellten Auftrag fasst Otto Körner, Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten, so zusammen: „Wir möchten durch objektive Information und Aufklärung gesundes Essverhalten fördern“. Hier sollen Wissenslücken abgedeckt und Handreichungen für die Zukunft gegeben werden. Dazu bieten sich klassische Vortragsveranstaltungen und Thementage an, ebenso Seminare und Workshops mit einer gezielten Kombination aus Theorie und Praxis. Zielgruppen sind Verbraucher aller Lebensphasen, die ein gesteigertes Interesse an Gesundheit und Ernährung haben sowie Fachleute, Berater, Lehrer und Pädagogen.

Johannes Erdmann wünscht sich im Ernährungsbereich, dass „die Fähigkeit zum eigenverantwortlichen Verhalten gewonnen wird“. Dies könne nur durch das Ringen um Wissen und die Entwicklung eines gesunden emotionalen Verhältnisses zu unseren Lebensmitteln und ihrer Erzeugung entstehen. „Wir wollen Kindern und Jugendlichen die richtige Wertschätzung beibringen“.

„Es war nie leichter und zugleich schwieriger, sich gesund zu ernähren“, ergänzt Otto Körner. „Leichter, weil Ernährungstipps und entsprechende Produkte auf Knopfdruck geliefert werden, schwerer, weil in der Fülle der Ernährungstipps und Produktneuheiten der Überblick für das Wesentliche leicht verloren geht“. Hier möchte das Forum weiterhelfen.