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Vertreter von ha und PS im Gespräch

29.03.2017

Anfang März führten die Studierenden der Höheren Landbauschule und die Teilnehmer des Vorbereitungskurses Agrarservicemeister zum 2. Mal eine gemeinsame, offene Diskussion. Im Mittelpunkt stand die zukünftige Ausgestaltung der Zusammenarbeit von Landwirten und Lohnunternehmer. Welche Weichen gilt es zu stellen und wie könnte eine „Partnerschaft“ zwischen Landwirt und Lohnunternehmer aussehen? Herr Gronauer, Leiter der Höheren Landbauschule Triesdorf, konnte ca. 60 Studierende begrüßen und betonte in seiner Einführung die Chancen für Landwirte durch Fremdmechanisierung. Sie könnten sich durch eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Lohnunternehmen gute Chancen eröffnen, um aus Arbeitsspitzen und/oder Kostenfallen herauszukommen. Teure Landtechnik, die der Lohnunternehmer anschafft könnte die Betriebe auf der Kostenseite entlasten, zum einen bei der Bindung von Kapital – und, durch eine bessere Auslastung, auch bei geringeren Kosten pro/ha.

Die Diskussion hat gezeigt, dass für die Landwirte Termintreue der Lohnunternehmer und die Arbeitsqualität oberste Priorität haben. Hier wird die Messlatte hoch angelegt und die Lohnunternehmen der Region werden verglichen und in Abwägung zur Eigenmechanisierung bewertet. Geäußert wurde auch der Wunsch nach Gesprächen in der Nachsaison oder im Winter. Dadurch soll die Basis für eine gute, partnerschaftliche Zusammenarbeit gelegt werden.

Betriebswirtschaftlich lassen sich Kostenvorteile durch Fremdmechanisierung klar berechnen. Doch ebenso klar kamen in der Runde die Vorbehalte und Unabhängigkeitswünsche vieler landwirtschaftlicher Unternehmer zum Ausdruck: „Wir wollen selbst bestimmen, wann wir welche Arbeiten durchführen.“ Ein Ausbau der partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist für viele kein Thema. Auf der anderen Seite erwarten die jungen Lohnunternehmer, dass Termine für Einsätze rechtzeitig geplant und angemeldet werden. Wichtiger Wunsch ist die Wertschätzung für die Arbeit und den Einsatz der Mitarbeiter. Und - gute Arbeit braucht termingerechte und zuverlässige Bezahlung. Die Vorschläge der jungen Lohnunternehmer die Verbindlichkeit der Zusammenarbeit mit konkreten Absprachen und Verträgen zu regeln findet kaum Resonanz. Einzelne Junglandwirte gaben jedoch zu, dass es zu einer Neubetrachtung der betrieblichen Arbeitssituation kommen wird, sobald die konkrete Hofübernahme bzw. das Ausscheiden des Seniors ansteht. Die Erkenntnis, dass sich jede Person nur bis zu einer bestimmten Grenze arbeitswirtschaftlichen Verausgaben kann, setzt sich nur langsam durch. Ein weiterer Aspekt für zukünftige Entscheidungen ist die Verschiebung der individuellen Freizeitansprüche in den Familien – besonders  auch mit „außerlandwirtschaftlichen Partner/innen.

Große Bedeutung wird der guten Kommunikation zwischen den Partnern zugemessen. Vorab, begleitend und im Nachgang gibt es viel zu klären. Verständlich ist, dass jede Seite Erwartungen und Grenzen hat. Um über eine mögliche Ausgestaltung von Verträgen zu sprechen, wurde eine weitere Diskussionsrunde vereinbart.

 

Nach außen werden Landwirte und Lohnunternehmer oft als Einheit angesehen. Mitbürger und Verbraucher, die Arbeiten auf dem Feld beobachten, unterscheiden nicht, wer die Arbeit gerade erledigt. Hier gilt es in Kommunikation zu treten – unabhängig, wem der Acker gehört oder wer gerade die Arbeit erledigt. Offene und ehrliche Kommunikation ist auch hier der Schlüssel zu mehr Verständnis und Akzeptanz.