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„Inwertsetzung von Streuobst für die Region Mittelfranken“

17.03.2017

Projekt zur Sicherung von bestehenden Streuobstflächen in der fränkischen Kulturlandschaft nimmt Arbeit auf! Für die Dauer von zwei Jahren führen die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf das durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderte Vorhaben aus.

Mit der Gründung des Obstlehrgartens wurde bei den landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf im Jahr 1984 der Grundstein für den heutigen Sortenpool von 1700 alten Obstsorten gelegt. Der überwiegende Teil dieser einzigartigen Sammlung besteht aus 1200 regionalen Apfelsorten, die im sogenannten Pomoretum der Öffentlichkeit zugänglich sind. Der Obstlehrgarten Triesdorf war ein Projekt des Bezirk Mittelfranken und dem Amt für ländliche Entwicklung. Damals bestand das Ziel, möglichst viele in der Kulturlandschaft verbreitete Obstsorten zu sichern bzw. zu parken, um diese später wieder gezielt in die Fläche zu bringen.

Streuobstflächen in Deutschland haben einen unterschiedlichen Status, von der klassischen landwirtschaftlichen Nutzung bis hin zur Lage im FFH- Gebiet bzw. Naturschutzgebiet. Für die Rodung von Streuobstbäumen ist - unabhängig vom Schutzstatus der Gebietskulisse - keine Genehmigung erforderlich; folglich werden weiterhin die Bestände schrumpfen. Schätzungen der Landschaftspflegeverbände ergeben seit 1965 einen Rückgang des Baumbestandes um 70% (Metz LPV Mittelfranken, 2015).

Eine Möglichkeit, dem entgegen zu wirken besteht darin, vorhandene Flächen in den Schutzstatus eines Ökokontos zu überführen. Durch diese Maßnahme können auch Altbestände dauerhaft gesichert werden.

Die Ergebnisse des Projektes sollen deshalb dazu beitragen, eine Anerkennung dieser aus naturschutzfachlicher Sicht hochwertiger Flächen zu möglichen, um einen weiteren Verlust der Biodiversität in der Kulturlandschaft vorzubeugen.

An dem Projekt werden neben den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf die Kooperationspartner, Stadt Burgbernheim (Landkreis Neustadt a.d. Aisch), Marktgemeinde Lehrberg (Landkreis Ansbach) und die Marktgemeinde Wendelstein (Landkreis Roth) mitwirken.

Mit dem Vorhaben sollen folgende Ziele erreicht werden:

 

  • Erfassung und Kartierung der Streuobstbestände zunächst in der Modellregion
  • Bewertung der Bestände hinsichtlich des Pflegezustandes
  • Erarbeitung eines Maßnahmenpaketes zur Aufwertung der vorhandenen Flächen
  • Beschreibung eines nachhaltigen Pflegekonzeptes am Beispiel der Triesdorfer Baumwartausbildung
  • Nutzung des Triesdorfer Sortenpool für Ergänzungspflanzungen.

Für die dauerhafte Erhaltung von Streuobstbeständen ist das Wissen um die Pflege sowie die Verwertung des erzeugten Obstes ein Schlüsselfaktor. Um dies sicherstellen zu können, wurde im Jahr 2012 die Bauwartausbildung in Triesdorf nach fast fünfzigjähriger Pause mit neuem Konzept wieder angeboten. Des Weiteren konnten in Mittelfranken zwei regionale Saftinitiativen unter den Marken „hesselberger“ und „einheimischer“ etabliert werden, die regionales Streuobst aufnehmen und dafür Preisaufschläge an den Produzenten bezahlen. Neben der Vermittlung von Fachwissen und der Herstellung von hochwertigen Produkten ist die Aufwertung bestehender Streuobstflächen zu Ökokonten ein wichtiger Beitrag zur Inwertsetzung der landschaftsprägenden Streuobstbestände.

Mit dem stetigen Rückgang von Streuobstbeständen in Deutschland geht zwangsläufig der Verlust an Biodiversität einher. Durch die Anerkennung bestehender Streuobstflächen als naturschutzfachlichen Ausgleich können derartige Lebensräume in der Kulturlandschaft geschützt und erhalten werden. Das eingereichte Projekt, soll den Grundstein für die Erhaltung legen und eine Übertragbarkeit auf weitere Regionen gewährleisten.