Bodenbearbeitungstage 2012

Triesdorfer Bodenbearbeitungstage 2012

„Moderne Mulch- und Direktsaattechnik für eine effiziente Aussaat“, so das Motto der mittlerweile traditionellen Triesdorfer Bodenbearbeitungstage.

Erstmals in der zweiten Juli Woche auf einem abgeernteten Ganzpflanzensilagefeld wurden ca. 35 Maschinen verschiedenster Hersteller im praktischen Einsatz den Besuchern vorgestellt. Um Erosion durch Wasser und Wind zu reduzieren, die Tragfähigkeit der Böden zu erhöhen und die Zugkraftübertragung der Schlepper zu verbessern, wurde verstärkt die konservierende Bodenbearbeitung in den Vordergrund gestellt. Vier Tage waren dabei für die Fachschulen, Technikerschulen, Fachoberschulen und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf reserviert. Mehr als 150 angehende landwirtschaftliche Meister von 8 verschiedenen Schulstandorten - von Fürstenfeldbruck bis Schweinfurt, ca. 60 Techniker sowie ca. 90 Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf nutzten die Gelegenheit sich umfassend zu informieren. Der klassische Praktikertag am Donnerstag konzentrierte sich auf die Vorführung von Direkt- und Mulchsaattechnik. Mehr als 70 landwirtschaftliche Betriebsleiter aus Hessen, Bayern und Baden Württemberg konnten sich ein Bild von der Arbeitsqualität und der Funktionsweise der Maschinen machen. Außerdem standen die jeweiligen Firmenvertreter als Ansprechpartner für die Besucher zu Verfügung.

Die Lehrkräfte der Landmaschinenschule in Triesdorf Herr Naser, Herr Böckler und Herr Helmle stellten die Maschinen vor und beurteilten gemeinsam mit den Teilnehmern anschließend die Arbeitsqualität.

Folgende Kriterien wurden dabei praktisch beurteilt:

  • Rückverfestigung
  • Ermittlung der vorgegebenen Arbeitstiefe (cm)
  • Genauigkeit der Saatgutablage
  • Einebnung und Saatgutbedeckung

Bei den Vorführungen für die Schüler und Studenten wurden zunächst Geräte für die flache Stoppelbearbeitung, wie Leichtgrubber, Kurzscheibeneggen und Universalgrubber eingesetzt. Des Weiteren wurden für die tiefere Bodenbearbeitung (ca. 15 cm) zwei- drei- und mehrbalkigen Grubbern praktisch demonstriert. Bei der Aussaattechnik wurden konventionelle Kreiseleggen - Säkombinationen mit angebauten oder gezogenen Scheibeneggen – Drillkombinationen verglichen.

Die Ergebnisse zeigten deutlich die große Bandbreite an technischen Möglichkeiten auf, die für die Bodenbearbeitung und die Aussaat zu Verfügung stehen. Hohe Investitionssummen machen es aber zunehmend erforderlich Maschinen kooperativ zu nutzen, um für den jeweiligen Einsatzeinsatzzweck die optimale Maschine verwenden zu können.

Abschließend wurde der Einsatz eines automatischen Lenksystems, im Beetverfahren für die Getreideaussaat demonstriert. Die Anwendung eines solchen Systems für die Bodenbearbeitung und Aussaat stieß dabei auf großes Interesse seitens der Besucher.

Nachfolgend sollen ausgewählte innovative Maschinenkonzepte vorgestellt werden:

Die 3m Direktsämaschine aus Amerika zeichnet sich durch ein sehr hohes Eigengewicht aus, was für die Direktsaat dringend erforderlich ist. Für die im Dreipunkt angebaute Maschine ist eine drückende Heckhydraulik erforderlich oder optional kann über einen zusätzlichen Hydraulikzylinder Gewicht vom Schlepper auf die Maschine übertragen werden, um den erforderlich Schardruck zu erzeugen. Vor der Saatgutablage läuft eine gewellte Scheibe die den Saathorizont lockert und ausreichend Feinerde für eine optimale Saatgutablage erzeugt. Die Aussaat erfolgt mit einen Doppelscheibenschar mit Tiefenführungsrolle. In Triesdorf wurde die Maschine erstmals eingesetzt. Die Besucher überzeugte dabei vor allem die exakte Saatgutablage.

Der britische Hersteller Claydon zeigte erstmals seine 3m Direkt- und Strip Till Sämaschine. Das Bearbeitungskonzept basiert auf ein starres Schar zur tiefen Lockerung in Streifen und einem breiten Gänsefußschar zur Saatgutablage. Die Saatgutablage erfolgt dann jeweils links und rechts des tief gelockerten Streifens in den fließenden Boden. Eine Beeinträchtigung des Saathorizonts durch die tiefe Lockerung kann dadurch ausgeschlossen werden. Die Einebnung nach den Säscharen erfolgt ausschließlich mit einem Crossbord. Für einen kapillaren Wasseranschluss des Saathorizontes ist eine Rückverfestigung mit einer Walze im Regelfall erforderlich.

Die gezogene 3m Säkombination der Firma Lemken ist eine Kombination aus Solitär Säeinheit und Zirkon Kreiselegge. Die kompakte Bauweise ermöglicht einen schnellen Wendevorgang und reduziert, aufgrund der gezogenen Bauweise, Bodenverdichtungen durch hohe Radlasten am Vorgewende. Des Weiteren können durch den großvolumigen Saattank die Rüstzeiten im Vergleich zu Dreipunktmaschinen deutlich reduziert werden. Die Maschine bestätigt den allgemeinen Trend zu gezogenen Sämaschinen.

Eine exakte Ausballastierung des Schlepper wird gerade bei gezogenen Arbeitsgeräten mit größeren Arbeitsbreiten wichtig, um die Zugkraft des Schleppers zu verbessern. Eine Möglichkeit präsentierte die Firma Silberhorn auf den Bodenbearbeitungstagen 2012 mit dem Dreipunkt Heckballast (1520 kg). Im Gegensatz zu aufwendig zu montierenden Radgewichten kann der Schlepper schnell auf- und abballastiert werden. Ein flexibler Einsatz kann somit gewährleistet werden.

Eine Weiterentwicklung der Kurzscheibenegge Carrier ist eine vorgeschaltete Schneidwalze (Cross Cutter) mit einem Messerabstand von 20cm und einem Durchmesser von 42 cm. Zur Vorführung kam ein Gerät mit einer Arbeitsbreite von 6,5m. Durch den geringen Durchmesser wird eine hohe Rotationsgeschwindigkeit ermöglicht. Die Einsatzgebiete sind hier vor allem Raps,- Sonnenblumen,- Silo und Körnermaisstoppel, die eine Zerkleinerung bzw. Aufspleisung der Ernterückstände erforderlich machen.