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Abflammen bei mikrobiologischen Untersuchungen

Abflammen bei mikrobiologischen Untersuchungen

Leider habe ich versehentlich den ursprünglichen Thread beim Verschieben eines fehlgeleiteten Beitrages gelöscht. Das war so nicht beabsichtigt. Ein „Sorry“ an den Forumsteilnehmer Jörg Buermeyer.
Daher gebe ich die bisherigen Beiträge sinngemäß wieder.

Abflammen bei mikrobiologischen Untersuchungen
Bei unseren Schülern beobachten wir immer wieder, dass zahlreiche Arbeitsgerätschaften während der Benutzung durch die Bunsenbrennerflamme gezogen werden, wie z. B. sterile Glaspipetten aus der Dose oder Ränder von Glasröhrchen vor und nach dem Beimpfen. Abgesehen davon, dass die abgeflammten Bereiche durch vorausgehende Sterilisation ohnehin steril sind, bringt rasches durch die Flamme ziehen aus mikrobiologischer Sicht nichts. Durch die kurze Einwirkungsdauer findet keine nennenswerte Keimreduktion statt.
Wer es nicht glaubt, kann als Test einmal seinen Finger schnell durch die Flamme ziehen. Die Hitzeeinwirkung ist gering und der Finger ist genauso keimfrei oder auch nicht wie vorher.

Grundsätzlich:
Abgeflammt (z. T. mit Alkohol) werden nicht sterile Gerätschaften wie z. B. Pinzetten, Löffel, Messer, Schöpfer, Spatel, ... und Gießränder. Dabei die Hitze der Flamme unbedingt einwirken lassen (der Abtötungseffekt ist zeitabhängig)!

Zu häufiges und hastiges Abflammen stört den Arbeitsfluss und verursacht unnötige Luftbewegung im Ansetzbereich.

Die Antwort von Jörg Buermeyer war sinngemäß, dass er meine Ansicht teile und sich die Frage stelle, warum und in welchen Fällen Abflammen überhaupt noch erforderlich sei.


Meine Antwort darauf:
Ganz sinnlos ist das Abflammen jedoch nicht. Nach Lehrbuchmeinung soll der durch Thermik aufsteigende Luftstrom an der Flamme verhindern, dass Keime beim Ansetzen auf die Platte bzw. das Untersuchungsgut fallen. Inwieweit dieser Effekt von Bedeutung ist, bleibt zu prüfen. Außerdem muss die Luft, die nach oben entweicht, von unten nachgeliefert werden. Dadurch entsteht zusätzliche Luftbewegung. Bei geringer Luftkeimbelastung (z. B. durch Luftdesinfektion, Filtration) im Ansetzbereich spielt dieser Effekt sicherlich eine untergeordnete Rolle.

Notwendig bleibt das Abflammen meiner Meinung nach zur Sterilisierung der o. g. Gerätschaften. Auch Gießränder von z. B. Flaschen, Supplementfläschen und Röhrchen mit Schraubverschluss, die beim Öffnen durch Handkontakt kontaminiert werden können, müssen entsprechend sterilisiert werden.

Alfred Reisnecker

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